Mittwoch, 7. September 2016

Rasierseife zum nachmachen

Seifen herstellen ist ja ein kleines Hobby von mir und die selbstgemachten Seifen kommen gut bei Familie und Freunden an. Nun habe ich mich mal an einer Rasierseife versucht und muss sagen, nicht ganz so gut wie die gekaufte aber auch nicht zu verachten.

ACHTUNG !! HIER WIRD MIT HOCH ÄTZENDER LAUGE GEARBEITET! BITTE SICHERHEITSREGELN EINHALTEN
Immer mit Schutzbrille arbeiten!
Mundschutz tragen!
Alte, lange Kleidung oder Kittel tragen!
Nie ohne Handschuhe arbeiten!
Kein Aluminium verwenden!
Entweder Kunststoffbehälter, Edelstahl oder emaillierte Töpfe benutzen!
Die Materialien die Ihr fürs Seife machen benutzt habt nicht mehr für was anderes benutzen!


Hier die Zutaten:

Fettstange 156,5 gr
Kokosöl 122,3 gr
Olivenöl 123,3 gr
Rizinusöl 48,9 gr
Kakaobutter 24,45 gr
Sheabutter 24,45 gr
Wasser 150 gr
Mischverseift 50:50 / KOH:NaOH / Überfettung 5%

Man geht wie beim normalen Seifen sieden vor. Allerdings wird erst das KOH mit dem Wasser vermischt da es eine heftigere Reaktion wie das NaOh hat, welches man danach zum Wasser gibt.
Während man die Lauge abkühlen lässt schmelzt man erst die festen Fette und gibt die Flüssigen hinterher dazu. Wenn alles auf ca. 35-40 Grad Celsius abgekühlt ist gibt man die Lauge zu den Fetten und Ölen dazu und mischt es mit einem Pürierstab durch bis es eine Pudding ähnliche Konsistenz hat. Ich habe die Masse in drei Dessertschalen gegeben, eine für mich und die anderen beiden als Weihnachtsgeschenk für meinen Schwager und Schwiegervater. Gekauft habe ich sie im Angebot von KODI und waren günstiger wie manch andere die ich gesehen habe. Wichtig war mir das sie offen waren damit die Seife nach Benutzung gut trocken kann und sich kein Sumpf bildet.


Die Schüsseln kommen nun, abgedeckt mit einer Plastikfolie, unter Handtücher und müssen warm eingepackt werden das die Gelphase starten kann. Dabei wird die Seifenmasse sehr warm. Am nächsten Tag hatte ich schon feste Seife in den Schüsseln und habe sie zum reifen in einen Karton gepackt und wusste 6 Wochen warten bis sie benutzbar waren. Natürlich ist das eine lange Wartezeit aber die bekommt man auch um, es wird zwar jeden Tag gespingst und es wird geschaut ob sich was tut, nur wirklich was sehen kann man da nichts. Endlich war dann der Tag gekommen das ich die Rasierseife das erste mal benutzen konnte. Also ab ins Bad den Rasierpinsel vorbereitet und in in dem Behälter kreisen lassen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Es entstand ein schöner fester Schaum wie man es von gekauften Rasierseifen her kennt. Jetzt wurde das Gesicht ein geschäumt und geschaut wie Standfest das ganze dort war. Naja, es ging. Das ganze ist wohl was für Schnellrasierer. Was ich etwas komisch fand war das der Schaum in der Schüssel schön lange so blieb wie man es erwartete und auf dem Gesicht leicht zusammenfiel.


Damit kann ich aber leben, rasiere mich eh relativ flott und so fiel das ganze auch nicht wirklich ins Gewicht. Die Klinge glitt sanft über die Haut und entfernte zuverlässig alle Stoppeln. Selbst beim zweiten und dritten Gang riss nichts und es war eine sanfte Rasur. Auch meine Verlobte war begeistert von der glatten Haut. Wer es ausprobieren will sollte es gerne nachmachen. Ich habe bewusst auf Duftstoffe verzichtet da man das Gesicht hinterher eh mit einem Aftershave oder Balsam behandelt welcher ja auch riecht und sich evtl. mit dem Geruch einer parfümierten Rasierseife beißen könnte. Diese Rasierseife ist komplett natürlich und muss sich nicht hinter den gekauften verstecken, vor allem kommt man sehr lange damit aus. Aber das hört keiner gerne der Seifen siedet, am liebsten möchte man direkt nochmal wenn man ein gutes Ergebnis erreicht hat. Alles in allem ein gelungener Versuch.